Kompostierbare Polymere: Biologisch abbaubare Polymere, die unter industriellen oder gewerblichen Kompostierungsbedingungen einem kontrollierten Abbau unterliegen und darüber hinaus bestimmte Qualitätskriterien erfüllen.Die europäische Norm EN 13432 (≈ ASTM D-6400 und ISO 17088):
• Mindestens 90 % biologischer Abbau unter Bildung von ausschließlich Wasser und CO₂,
• Unter standardisierten Temperaturbedingungen (vorzugsweise bei 580C).
• Innerhalb von höchstens sechs Monaten.
• Der Anteil an Partikeln mit einer Größe von mehr als 2 mm darf nicht mehr als 10 % betragen.
• Die Konzentrationen von Schwermetallen im Material dürfen die von Umweltbehörden wie der amerikanischen EPA festgelegten Grenzwerte nicht überschreiten.
Oxidativ abbaubar: Der Abbau erfolgt in mehreren Stufen unter Einsatz chemischer Additive, die den Abbauprozess in Gang setzen (UV-Strahlung, Wärme …); dabei wird das Molekulargewicht des Polymers reduziert, sodass ein biologisch abbaubarer Rest zurückbleibt.
Photodegradierbar: Zersetzt sich unter Einwirkung von UV-Strahlung der Sonne und zerfällt dabei in kleinere Partikel.
Biologisch abbaubar: Kunststoff aus einer Mischung aus organischen Bestandteilen und Polyolefinen (Mischung aus Stärke und PP, PE). Mikroorganismen bauen den organischen Anteil ab, ohne den Polymeranteil anzugreifen.
• PHA (Polyhydroxyalkanoate) sind Reservepolyester, die von Bakterien unter Stressbedingungen produziert werden. Diese synthetisieren sie in verschiedenen chemischen Formen (Variabilität der Position ihrer funktionellen Gruppen, Vielfalt der Monomere, Polymerisationsgrade) mit unterschiedlichen Eigenschaften:
– Unterschiedliche Schmelz- und Kristallisationspunkte.
– Flexibilität, Zugfestigkeit.
– Geschwindigkeit des biologischen Abbaus.
• Allgemeine Eigenschaften ähnlich wie bei Polyethylen.
• Beständig gegen Fette und Lösungsmittel.
• Im Gegensatz zu anderen Biokunststoffen wie PLA sind sie UV-beständig und weisen eine geringe Wasserdurchlässigkeit sowie eine mittlere Durchlässigkeit für Gase und Aromen auf.
• Sie reagieren sehr empfindlich auf thermischen Abbau.
• Im Allgemeinen sind PHAs Thermoplaste und lassen sich mit herkömmlichen Verfahren zu Folien verarbeiten sowie im Spritzguss- und Extrusionsverfahren verarbeiten.
• Die größten Schwierigkeiten bei der Verarbeitung ergeben sich aus der Feuchtigkeitsaufnahme.
• Es wurden mehr als 150 PHA entwickelt. Polyhydroxybutyrat (PHB) und Polyhydroxyvalerat (PHV) sind die kommerziell am häufigsten genutzten.
Quelle: Paula Fajardo Bernárdez, ANFACO-CECOPESCA, Neue Konservierungstechnologien.
